Alois Musil, Univ.-Prof. Dr. phil.

Univ.-Prof. Dr. phil.

Dekanin, Katholisch-Theologische Fakultät, 1914/15

Dekanin, Katholisch-Theologische Fakultät, 1916/17

Mährischer Bauernsohn, entfernter Verwandter des späteren Schrift­stellers Robert Musil. Theologiestudium in Olmütz; Habilitierung in Wien für orientalische Sprachen, Übernahme eines neuen Lehrstuhles an der Katholisch-Theologischen Fakultät für Biblische Hilfswissen­schaften. Zahlreiche Expeditionen in den arabischen Raum, v.a. Studien zu den Beduinen der Region; weitet maßgeblich den Blick der Bibelwissen­schaft über Babylon und Ägypten hinaus auf die Arabische Welt. Bedient im Ersten Weltkrieg durch seine Expertise Kriegsziele der Mittel­mächte im Nahen Osten und engagiert sich für ein Bündnis der arabi­schen Stämme mit der Türkei gegen England (= österrei­chische Version eines Lawrence of Arabia). 1918 als Tscheche aus Wien vertrieben; der erste Staatspräsident der Tschechoslowakei, Tomáš Masaryk (+1937), erwirkt für ihn einen Lehrstuhl an der philosophischen Fakultät der Universität Prag.

Rupert Klieber